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Mengedo*t* ist ein alter
Lippischer Name, der urkundlich in den Landschatzregistern des
Lippischen Staatsarchives Detmold rückwärts bis 1486/87
nachzuweisen ist.
Die Schreibweise hat sich im
Zeitverlauf ständig gewandelt: von Mengedoth - Mengedoit
- Mengedohit - Mengedodes - Mengedaud - Mengetodt - Mengedot
bis hin zu den heute gebräuchlichen Formen.
Den Ursprung dieses Namens führen
Namensforscher wie Förstemann auf den Wortstamm Manag -
Manegaud - Menegold zurück, oder Otto Preuß
erinnert an Megintel -Meintet und verweist auf Förstemann.
Kaisers Nachschlagwerk sagt: "Mengedo*t* ist
eigentlich germanisch und heißt 'Magingeut', d.h.
'Kraft'.
Uns begegnet der erste uns
bekannte Namensträger im Landschatzregister des Lippischen
Amtes Brake (bei Lemgo) 1486/87, Seite 34 unter Lütte als
"Hans Mengedoht", wo man ihm seinen Sold in Höhe
von 1 Thaler anweist.
Der gleiche Anlaß nennt
1523 und 1525 im Schatzregister unter Lütte: "Lüdeke
Mengedoit". Die Lütter Bauernschaft berichtet 1540
im Knechtschaftsregister, daß Johan Mengedodes für
1 Knecht bezahlen muß. Die Lütter Buerschap schreibt
1555 nur "de mengedoit". Ab 1573 teilt man die
Ortschaften schon besser ein und reiht den Mengedoith
unter Maßbruch ein, 1574 heißt es im Schatzregister
unter Maßbruch: "de mengedohit zahlt ......."
In einem Sonderdruck des
verstorbenen Oberstudiendirektor A. Schöning / Detmold aus
dem Jahre 1958 über den Grundbesitz des Klosters Corvey im
Land Lippe findet sich im 1. Teil Seite 88 der Name Mengedo*t*
in einer angegebenen Gerichtsverhandlung des Jahres 1589. Da
tritt Mengedo*t* als Gläubiger gegen Vieregge aus
Pottenhausen auf. Vieregge schuldet Mengedo*t* 16 Thaler
und noch dazu 8 Thaler Zinsen. Daß Mengedo*t*
hier als vermögender Mann erscheint, ist erfreulich,
erfreulicher für die Familiengeschichte wäre jedoch, er
nennte uns in den Gerichtsakten seinen Vornamen und sagte näheres
über seine Personalien, sodaß man ihn leichter in die
Ahnenreihe eingliedern könnte.
Im Jahr 1595 taucht dann in einer
anderen Gerichtsakte über eine vor dem Amte Brake am 13.
November des Jahres verhandelten Strafsache ein Frebolt Mengetode
auf: da wird dieser Frebold verurteilt, 3 Thaler Strafe zu
zahlen, "weil er "Johan Beiniken Sohn" hat
verwundet, wobei der (Schneider) zu dem Musketengewehr gegriffen
und wirr gewesen, hat er den Mengetode in den Weg gestoßen."
Das Gericht greift also hart durch, aber auch der vermutlich
trunkene Provokateur wird gerechterweise zugleich mit abgestraft:
"Der Schneider ("Johan Beiniken Sohn") zahlt auch
3 Thaler."
Offenbar hat die Strafe
nachhaltig befriedend gewirkt - jedenfalls scheint die Lippische
Justiz einige Jahrhunderte keinen weiteren Ärger mehr mit
den Mengedo*t*s gehabt zu haben: einzige Quellen der Existenz
sind daher bis ins 19. Jahrhundert nur die Eheverträge und
Kirchenbucheintragungen über Geburt und Tod.
In den gleichen Akten findet sich
im Jahre 1599 am 28. Feb. auf Seite 36 unter Lütte: Heinrich
Mengedoth mit Trineken Engel Wiemke verehelicht: Kosten 10
Thaler.
Im Jahre 1618 schreibt das
Landschatzregister unter Lütte: Großkötter
Heinrich Mengedoht zahlt 3 Thaler.
Für die nächsten
Jahrzehnte ist man im Aufbau der richtigen Ahnenfolge manchmal
auf die Vermutung angewiesen. Die Mengedo*t*s waren eine
kinderreiche Sippe und siedelten sich in den umliegenden
Ortschaften wie Voßheide, Hasebeck, Eikernmühle,
Eikernkrug, Kluckhof an, die neben den bisherigen Wohnsiedlungen
wie Lütte und Maßbruch jetzt größere
Bedeutung bekamen. Nicht immer wurden in den nun beginnenden
Kirchenbucheintragungen die Vornamen der Mengedo*t*s
angegeben und oftmals gab es auch sonst Lücken. So fehlen
z.B. in den Kirchenbucheintragungen in Lemgo St. Johann die
Sterbefälle von 1734-1774 ganz. Nach der im Jahre 1599 vor
dem Gogericht in Brake erwähnten Ehe des Heinrich
Mengedoht mit Trineke Engel Wiemke erfahren wir die nächste
Hochzeit am 10. Juni 1648 aus den Kirchenbüchern sowie aus
einem erhaltenen Eheprotokoll.
Haben Jürgen Stelter und
Christine Mengedoht einen Platz im Stammbaum der Familie
Mengedo*t* zu beanspruchen? Das bleibt vorläufig
ungeklärt. Sicher aber ist, daß um 1648/49 ein
Christian Mengedoht geboren ist, von dem es in einer
Gogerichtsakte des Amtes Brake 1660 heißt: "Eine Frau
beklagt sich, daß ihre Tochter Catharine arg erschreckt
wurde von einem Teufel oder einem schwarzen Mann oder einer Hexe,
dabei war es nur Christian Mengedoht, ein Knabe von 12 Jahren".
Dieser Christian ist ein Vorfahre der heutigen Mengedohts
in direkter Linie, wie sich später verdeutlicht, und ein
Nachkomme der ersten Lütter und späteren Maßbrucher
Mengedohts.
Das Salbuch des Amtes Brake von
1668 schreibt unter Kontribution der Bauerschaft Lütte:
Maßbruch - Großkötter Mengedoht: "Alle
seine Dienste und Zehnten wann und für wen er sie zu leisten
hat, werden aufgezählt. Aber auch seine Ländereien,
seine Wälder und Wiesen reiht man auf."
Am 18. April 1682 heiraten Gerdt
oder Cordt Mengedoht, Dreschmeister (manchmal bei der
Geburt seiner Kinder auch Hoffmeister genannt) und Catharina
Töllen. zwischen 1707 und 1708 ehelichen Jürgen
Mengedoht bei der Eikernmühle und Ilsabein Winter.
Schon zwei Jahre später
stirbt die junge 26-jährige Ehefrau. Beide Familien bilden
später weitere Linien der Mengedo*t*s . Am 4.
November 1710 heiratet Jobst Heinrich Mengedoht, Christian
Mengedoht auf der Voßheide Sohn, die Anna Elisabeth
Wesemann, des abgelebten Wesemann zu Dalborn nachgelassene
Tochter.
Da tritt nun also der Christian
Mengedoht als Stammvater in Erscheinung. Seinem Sohn Jobst
Heinrich und seiner Frau, geb. Wesemann wird unter ihren 7
Kindern am 24. Juni 1731 nämlich der Sohn Hermann
Heinrich geboren (bei der Heirat Joh. Heinrich genannt), den
es in die Weite trieb, dem vielleicht die schlechte gemeine Hude
auf der Voßheide nicht mehr zusagte und der deshalb sein
Glück in einer Ehe mit der Witwe Trina Ilsabein
Eikermann-Schöpen in Humfeld am 6. Oktober 1758 suchte. Im
entsprechenden Eheprotokoll steht: Der Vertrag wurde geschlossen
nach der Gewohnheit: L.L.L.G. (längs lebt, längs gut),
d.h. wer am längsten lebt, erbt das Gut.
Der in dieser Ehe im Jahre 1760
geborene Sohn Franz Heinrich wurde 1774 konfirmiert und heiratete
laut beiliegendem Protokoll die Witwe Anna Maria Hardke, geb.
Wilms am 21. April 1782. Er zog mit seiner Frau auf deren Stätte
in die Fermke bei Humfeld, wo dem Ehepaar der Sohn Ludwig Johann
Friedrich geboren ist am 20. September 1785.
Er lernte das Schmiedehandwerk
und wurde seßhaft auf dem Edelhofe in Wendlinghausen. Dort
lernte er auch seine spätere Frau, Christine Grünwald,
deren Bruder in Wendlinghausen Lehrer war, kennen. Die Heirat
fand am 8. November 1807 statt. Frau Christines Vater war der
Schulmeister Hans Grünwälder in der preußischen
Senne Kirchspiel Oerlinghausen.
Der Sohn Heinrich Johann
Friedrich geboren am 29. August 1814 in der Ehe
Mengedoht-Grünwald zog 1847 nach Höntrup und kaufte
dort die Stätte mit der Schmiede des bisherigen Schmiedes
und Bauerrichters Beine. In seiner in Cappel am 16. Februar 1840
mit Elisabeth Meier aus Brüntrup geschlossenen Ehe sind 7
Kinder geboren, von denen die 3 Söhne Heinrich, Friedrich
und Karl das Schmiedehandwerk erlernten.
Aus der ursprünglichen
Stammeslinie Mengedoht, die sich um
Lütte-Maßbruch-Voßheide-Eikernkrug und Kluckhof
bewegte, ist im Lippischen Dorfkalender des Jahres 1911/12 von
einer Mengedohtschen Stiftung über 900 Mark zu lesen, deren
Zinsen alljährlich zu Weihnachten an die Armen in Kluckhof
zu verteilen sind. Die Nachkommen der Humfelder Linie sind
vermutlich zu finden unter dem bäuerlichen Betrieb Albrecht
Mengedoht Nr. 3 in Hillentrup, dessen Besitzgröße von
53,70 ha in einer Aufstellung der Hofkartenbetriebe der
Landwirtschaftsschule und Wirtschafts-beratungsstelle Lemgo im
Jahre 1953 herausgegeben wurde.
Linie Mengedoht Belle –
Brüntrup und Auswanderer in die USA
Diese stammen aus der oben
genannten Ehe von Heinrich Johann Friedrich und Elisabeth Meier
aus Brüntrup. Während der älteste Sohn Heinrich
1868 in Belle eine Schmiede kaufte, die von den beiden
nachfolgenden Generationen zu einem Traktoren- und
Landmaschinenhandel weiter ausgebaut und heute nach über
102-jährigem Bestehen weit über Lippes Grenzen hinaus
bekannt ist, wanderte der zweitälteste am 27. Juni 1844 in
Brüntrup geborene Sohn Friedrich um 1880 nach Amerika
aus und ließ sich dort in Ohama im Staat Nebraska nieder.
Vier Jahre übte er sein Schmiedehandwerk auf offener
Straße aus, dann stieg er in das Versicherungswesen ein und
wurde ein vermögender Mann in jeder Beziehung, denn heute
leben in Nebraska etwa 30 Nachkommen von ihm in geachteten
Positionen [demnächst hier: Generationsfolge Mengedoht –
USA: Frederic Mengedoht].
Der jüngste Sohn Karl
übte in Höntrup das Schmiedehandwerk der Väter
weiter aus. Er ehelichte am 9. November 1883 in Reelkirchen die
Katherine Luise Wilhelmine Ellerbrock aus Fromhausen und hatte
mit ihr 6 Kinder, von denen der am 24. September 1895 in Höntrup
geborene Sohn Heinrich die väterliche Schmiede übernahm.
Es war kein leichtes Erbe, denn viele Jahre war in seiner Familie
ein gelähmter Bruder zu versorgen. In der Ehe mit Erna
Husemann aus Vahlhausen bei Meinberg sind zwei Söhne
geboren. Im Jahre 1939 ist die alte Schmiede durch den Kauf des
Manfelderschen Besitztumes verlegt und erweitert. Der älteste
Sohn Hans erlernte das Bauschlosserhandwerk, sodaß heute
mit der Mengedohtschen Schmiedearbeit die Bauschlosserei
verbunden ist [demnächst hier: Generationsfolge
Mengedohts – Höntrup] .
Nachdem im Jahre 1868 der Schmied
Heinrich Mengedoht sich in Belle selbständig machte,
ehelichte er am 17. März 1871 Konradine Schnittger aus
Erdbruch und hatte mit ihr neun Kinder. Der zweite Sohn
Friederich Mengedoht, geboren am 3. Februar 1874 übernahm
die inzwischen stark vergrößerte Schmiede und
verheiratete sich am 30. November 1905 mit Wilhelmine Lesemann
aus Billerbeck, die ihm 7 Kinder schenkte, von denen vier Söhne
einen akademischen Beruf ergriffen, während der am 27. Juli
1910 geborene Sohn Willi das väterliche Erbe übernahm
und es zu dem vorhin schon erwähnten weithin bekannten
Landmaschinenhandel entwickelte. Seiner Ehe mit Erika Heer, aus
der Jahrhunderte alten in Belle ansässigen Bauernfamilie
Heer stammend, entsprossen zwei Töchter und ein Sohn, von
gewiß eines das elterliche Besitztum dereinst an
Kindeskinder weitervererbt [demnächst hier:
Generationsfolge Mengedoht – Belle]
Mögen die Nachkommen des
engeren sowie des erweiterten Familienkreises der Mengedo*t*s, in
Europa wie auch in Übersee, von der Vorsehung mit einer
gesegneten Zukunft bedacht werden.
Autoren:
Berta und Heinrich Plöger aus Reelkirchen Zur
Erinnerung an die beiden: ein Würdigung aus der LZ
(eingescannt).
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